Das bewegt uns

Insekten- und vor allem Bienenschutz ist momentan in aller Munde. Die Anzahl der Insekten ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen und jedem ist klar, dass ohne die wertvolle Bestäubungsarbeit dieser kleinen, fleißigen Helferlein die Landwirtschaft, vor allem aber der Obstanbau, vor massiven Problemen steht. Allerdings stehen die Zeichen für eine Verbesserung der Lage nicht gut. Nicht nur die für die Vögel wichtigen Windschutzhecken sind nach und nach aus dem Bild unserer Ackerflächen verschwunden, auch Blüh- und Kraüterränder an der Feldwegen werden immer seltener.

 

Allerdings wäre es falsch, allein der Landwirtschaft die Schuld an dieser Situation zu geben. Auch in den Privatgärten geht der Trend leider weg vom romantischen Bauerngarten mit einer Vielfalt an blühenden Stauden und Sträuchern und hin zu geradlinig strukturierten Steinwüsten, die in lebensfeindlichen Betonsplittschüttungen gipfeln. Nicht umsonst sind in einigen bayerischen Städten Schüttungsgärten bereits verboten. Auch der Landkreis Neuburg erwägt ein solches Verbot.

 

Als Argument für die Anlage solcher Steinwüsten hört man immer wieder, dass sie pflegeleicht seien. Das stimmt nur bedingt und liegt vor allem im Auge des Betrachters:

Während in einem Staudenbeet ein paar Löwenzahnpflanzen oder ein Siedlergras nicht stören, tun diese Pflanzen das sehr wohl in der sterilen Atmosphäre einer grauen Splilttschüttung.

Während im englischen Rasen jedes noch so kleine Unkräutlein ausgemerzt gehört, fällt es in der Blumenwiese gar nicht auf; im Gegenteil!

 

Und schließlich muss es gar nicht unbedingt die Schmetterlings- oder Bienen- Saatmischung sein, die leider nach unserem über Jahrzehnte hinweg anerzogenem Empfinden immer etwas von Unkraut hat: Bienen sind durchaus auch mediterrane Feinschmecker, die die Blüten von Lavendel, Thymian und Co. zu schätzen wissen!

 

Wir haben es letztes Jahr ausprobiert: Wir haben zwei Zinkwannen mit Schmetterlings- und Bienenweide eingesät. Die Samen sind gut aufgegangen und dank des Anteils an frühen Blühern waren bald Hummeln, mehrere Arten von teilweise sehr kleinen Wildbienen und natürlich die Honigbienen aus der Nachbarschaft unsere Gäste. Bis Minze, Lavendel und Salbei zu blühen begannen: Dann sind unsere kleinen Pollensammler umgezogen in die Kräuterbeete. Auch die Schmetterlinge, die sich bis dahin rar gemacht hatten, waren plötzlich da!

Winterlinge
Krokusse
Kornblume